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Urban Explorer

Es passiert nicht oft, dass man von einem Film noch richtig überrascht wird. Manchmal aber eben doch. Gerade gelang das Urban Explorer (Blu-ray

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*), einem Horrothriller des deutschen Nachwuchsregisseurs Andy Fetscher, der sich vor der internationalen Konkurrenz nicht zu verstecken braucht.

Etliche hohle Dokumentationen auf einstigen Nachrichtenkanälen haben sich bereits dem Berliner Untergrund angenommen. Neben unzähligen Weltkriegsbunkern soll es dort auch ein weit verzweigtes Tunnelsystem geben, das nicht nur Ratten ein Zuhause bietet, sondern, so heißt es, auch Extremtouristen als Abenteuertrip dient. Es ist erstaunlich, dass es bis 2011 dauerte um einen Horrorfilm aus diesem Thema zu machen. Aber was lange währt, wird endlich gut. Urban Explorer weiß fast auf ganzer Linie zu gefallen.

Unter der Führung des Berliners Kris (Max Riemelt) begeben sich vier Touristen aus Frankreich, Korea, und Amerika in das unterirdische Tunnelsystem Berlins um sich zu einem jüngst entdeckten Nazibunker durchzuschlagen. Dass sie in den Tunneln alles andere als allein sind, müssen sie erfahren als sie auf zwei nicht gerade nette Neonazis treffen, die ihnen alles andere als wohl gesonnen sind. Die ekeligen Typen lassen sie mit dem Schrecken davon kommen, die scheinbare Sicherheit trügt allerdings. Nach der Besichtigung des Bunkers stürzt Kris in eine Grube und bricht sich den Oberschenkel. Die Gruppe trennt sich um sich sowohl um den Verwundeten kümmern zu können, als auch Hilfe zu holen. Zurück bleiben mit dem bewusstlosen Kris die Amerikaner die schon kurz darauf Hilfe durch einen NVA-Veteranen erhalten. Dieser nimmt die Jugendlichen mit ein seinen Stützpunkt, in dem er offenbar noch immer seinen Dienst versieht…

Der Film entwickelt sich fortan in eine unerwartete Richtung, die man von einheimischen Produktionen leider viel zu selten sieht. Sowohl in puncto Spannung, als auch Gore weiß der Streifen Akzente zu setzen, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Während in diesem Sommer Chernobyl Diaries mit einem ähnlichen Thema eine ziemliche Enttäuschung war, macht Urban Explorer so ziemlich alles richtig und erinnert streckenweise gar an den Genrehit the Descent. Die Handlung bleibt durchweg nachvollziehbar, die Dialoge sitzen und auch die überwiegend jungen Schauspieler machen einen richtig guten Job. Zur Authentizität trägt auch bei, dass der Film auf englisch gedreht wurde und lediglich mit deutschen Untertiteln daher kommt.

 Andy Fetscher scheint ein echtes Multitalent zu sein, führte er hier schließlich nicht nur Regie, sondern war auch als Kameramann und Drehbuchautor tätig. Es steht zu hoffen, dass er mit diesem Film auch Geldgeber für größere Produktionen auf sich aufmerksam machen kann. Bis auf der letztjährigen Überraschungshit Hell, steht es um das deutsche Genrekino schließlich eher schlecht. Da es aber so talentierte Filmemacher gibt, wird es künftig hoffentlich mehr Filme diesen Typs geben.

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